Hannoveraner Hoffnungsträger: Hengstkörung in Verden

Mehrere Dutzend Junghengste der Rassen Hannoveraner und Rheinländer haben sich in den vergangenen Tagen in Verden von ihrer besten Seite gezeigt. Für 47 Dressurhengste und 30 Springhengste bewarben sich die Halter um die begehrte Körung. Wird ein Hengst gekört, sind seine besonders guten Eigenschaften anerkannt, und er ist offiziell zur Zucht zugelassen.


Am Samstag erreichten 25 Dressurhengste das begehrte Prädikat, 8 von ihnen wurden sogar prämiert. Bei der anschließenden Auktion wurde ein Spitzenpreis von 490 000 Euro für einen braunen Dressurhengst aus einem Gestüt in Frankenberg (Eder) in Hessen erzielt.


Die Züchter im Hannoveraner Verband schickten weiter gern ihre besten jungen Hengste zur Hauptkörung nach Verden, schrieb Verbandszuchtleiter Ulrich Hahne in der Auktionsbroschüre. Immer werden im Herbst die Junghengste zur Körung geschickt, diesmal der Jahrgang 2018.


Die Auftritte und Auktionen der Zweieinhalbjährigen konnten online per Livestream verfolgt werden. Wegen Corona seien in diesem Jahr nur 500 Besucher in der Niedersachsenhalle zugelassen gewesen, sagte die Sprecherin des Verbands, Britta Züngel. Normalerweise seien es um die 2500 Besucher.


Die Pferde erzielen bei Auktionen teils Spitzenpreise. 2019 wechselte in Verden ein Dressurhengst für rund 1,9 Millionen Euro den Besitzer. Nicht ganz so hoch sind die Preise für Springhengste. Aber immerhin 64 000 Euro wurden für einen sprunggewaltigen Brauen erzielt. 16 Springhengste wurden gekört.


Die züchterischen Prüfkriterien der Pferde sind streng. Bei den Dressurhengsten werden der Körperbau und die drei Gangarten - Schritt, Trab, Galopp - begutachtet. Bei Springhengsten wird ebenfalls der Körperbau bewertet, von den Gangarten aber nur der Galopp sowie das Springen. Die Pferde liefen in der Halle frei und ohne Reiter durch einen kleinen Parcours. Es gibt Noten von 1 bis 10, wobei die 10 der Bestnote entspricht.

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