Viel weniger «rote» Nitrat-Gebiete im Norden

In Schleswig-Holstein soll künftig eine deutlich kleinere Fläche als hoch mit Nitrat belastet ausgewiesen werden. Der Landesbauernverband reagierte am Donnerstag erfreut auf die Ankündigung des Landwirtschaftsministeriums. Einem Ressortsprecher zufolge wird die als «rot» ausgewiesene landwirtschaftliche Fläche zum bisherigen Stand auf zehn Prozent sinken. Dies hänge auch mit einem genaueren Messverfahren an.


In «roten Gebieten» müssen betroffene Landwirte den Einsatz von Dünger erheblich senken. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen seien künftig verbindlicher als bislang geregelt, sagte der Ministeriumssprecher.


Hintergrund ist die geplante neue Landesdüngeverordnung, mit der Konsequenzen aus EU-Vorgaben gezogen werden. Bisher sind 50 Prozent der Landesfläche als «rote Gebiete» eingestuft. Damit werden aber nicht nur landwirtschaftliche Nutzflächen erfasst, sondern auch Wälder und Seen.


«Nachdem sich eine Ausweisung von roten Gebieten nicht gänzlich verhindern lässt, ist eine so deutliche Reduzierung auf einen Bruchteil der ursprünglich betroffenen Fläche eine Entlastung für viele Flächen und Betriebe», erklärte Bauernpräsident Werner Schwarz.


«Mit dem vorgestellten Neuvorschlag kann die landwirtschaftliche Praxis gut leben», sagte der CDU-Agrarpolitiker Heiner Rickers. Mit der neuen Düngeverordnung werde Gewässerschutz verschärft.


«Dass die Stickstoff-Kulisse stark verkleinert ausfällt, ist eine gute Nachricht für die Landwirte in Schleswig-Holstein», kommentierte Oliver Kumbartzky von der FDP. «Es werden zukünftig weniger Landwirte zu den härtesten in der Bundesdüngeverordnung erlassenen Maßnahmen verpflichtet, was wir begrüßen.»

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